Mittwoch

11 Dezember

9.30 - 18 Uhr
1/1

Donnerstag

12 Dezember

9.30 - 18 Uhr
1/1

Freitag

13 Dezember

9.30 - 18 Uhr
4/4

Samstag

14 Dezember

9.30 - 18 Uhr
1/1

Sonntag

15 Dezember

9.30 - 18 Uhr
2/2

Montag

16 Dezember

Geschlossen
5/5

Die Offensive startet am 16.Dezember 1944 bei schlechtem Wetter, welches die Flieger der Alliierten zwingt, am Boden zu bleiben. Von Monschau bis Echternach fallen vier deutsche Armeen, insgesamt ungefähr 250 000 Männer, in das Land ein. Der Angriff trifft sowohl die Belgier als auch die in der Region ruhenden amerikanischen Truppen, völlig unerwartet. Zahlenmäßig weit unterlegen, sind Letztere schnell mit der Situation überfordert. Nichtsdestotrotz gelingt es ihnen das Vorrücken der Deutschen einigerorts zu verlangsamen. Die 6. Panzerarmee, die Antwerpen einnehmen soll, rückt so langsamer vor als erwartet. Die 5. Armee der Deutschen rückt trotzdem vor, nachdem sie in Sankt Vith aufgehalten worden war. Ihre Truppen besetzen Ortschaften wie Manhay, Houffalize, La Roche, Rendeux, Saint-Hubert oder Rochefort vor dem 25. Dezember. Die Reaktion des alliierten Generalstabs lässt nicht lange auf sich warten: Mehrere Divisionen werden ab dem 17. Dezember in die Ausbuchtung der Ardennen gesendet. Die Verzögerungen der ersten Tage, die militärische Macht der Alliierten und der Treibstoff-Mangel der Panzer können den deutschen Vorstoß schließlich aufhalten. Zu Weihnachten wird der Angriff bei Dinant definitiv gestoppt. Die Kämpfe kommen deshalb trotzdem nicht zum Erliegen. Einigerorts verstärken sie sich sogar. Am 28.Dezember entschließt Hitler sich den Marsch auf Antwerpen endgültig aufzugeben um den Großteil seiner Kräfte auf das eingeschlossene Bastogne zu richten, welches seit dem 19., nicht zuletzt dank der Bemühungen der 101. amerikanischen Luftlandedivision und der Kampfgruppe B der 10. Panzerdivision, Widerstand leistet. Die Ortschaft und ihre Umgebung werden zum Schauplatz erbitterter Kämpfe. Denn nachdem sie am 26. Dezember die Einkesselung von Süden kommend durchbrochen hat, muss die 3. US-Armee unter General Patton einen Feind zurückdrängen, der noch immer fest entschlossen ist diese symbolträchtige Stadt einzunehmen.

Seit dem 23. Dezember macht der wolkenlose Himmel es den alliierten Fliegern wieder möglich, in die Luft zu steigen. Sie attackieren den Feind frontal, bombardieren ihn aber auch systematisch an den hinteren Linien, um ihn vom Nachschub abzuschneiden. Die besetzten Regionen leiden stark unter diesen Luftangriffen. Die Ortschaften La Roche-en-Ardenne und Houffalize, beide in einem Talkessel gelegen, werden zum Beispiel buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht, um die Durchfahrt deutscher Fahrzeuge zur Front zu erschweren. Dem Historiker Peter Schrijvers zufolge verlor ein Drittel der zivilen Opfer der Ardennenschlacht sein Leben bei den Luftangriffen der Alliierten. Die Artillerie, ob die des Freundes oder Feindes, ist für die Bevölkerung ebenfalls mörderisch. Zahlreiche Einwohner fallen außerdem Minen, Granaten und natürlich auch Kugeln zum Opfer. Neben den von verirrten Kugeln getroffenen oder in militärische Gefechte geratenen Personen, wurden mehr als 250 Zivilisten von den Nazis massakriert.

In diesen schweren Momenten suchen die Einwohner im Allgemeinen Zuflucht in der Gemeinschaft. Mithilfe von Solidarität lässt sich die Situation besser ertragen. Einige verstecken sich in den Wäldern, andere in Ställen oder Scheunen. Die meisten Zivilisten suchen Schutz in den Kellern ihrer Häuser, die sie manchmal mit Militärs, ob Freund oder Feind, teilen.

In den Gefechtspausen suchen die Erwachsenen draußen das, was nötig ist zum Überleben, zur Verpflegung des Viehs oder um die Toten zu beerdigen. Die Gefühle der Bevölkerung während der Schlacht schlagen von Sorge in Angst um. Jean Guillaume, ein 13-jähriger Junge aus Sibret – im Umkreis von Bastogne – beschreibt später den Eindruck der Zivilisten in den Kellern: „Die Militärs bewegen sich fort, schützen sich, halten alle Karten in der Hand“. Die Zivilisten hingegen sind „ein Spielball der Wellen“. In dieser Lage bietet die Religion oft Zuflucht, vor allem in einer strenggläubigen Gegend wie die Ardennen der damaligen Zeit es sind.

Für die Einwohner im Norden der Ausbuchtung dauert das Martyrium länger als einen Monat. Denn die Alliierten müssen den Angreifer bis hinter seine Ausgangslinie zurückdrängen. Am 3. Januar 1945 holen die 1. US-Armee und der 30. Armeekorps der Briten zum Gegenschlag ab dem Nord-Westen aus. Die deutschen Truppen treten ganz langsam den Rückzug an und leisten dabei erbitterten Widerstand. Die Gegenoffensive der Alliierten ist für die Truppen beider Lager langsam und mühsam, da sie müssen gleichzeitig auch dem harten Winter trotzen müssen. Die Temperaturen fallen manchmal auf 20 Grad unter Null und die Schneedecke übersteigt die 40 cm. Die Kampfbedingungen sind schwierig. Die Lage der Deutschen ist besonders ungünstig, da ihre Versorgung eingeschränkt ist. Diese Wetterlage verlangsamt außerdem die Fortbewegung der Armeen und verursacht zahlreiche Erfrierungen in den Gräben. Nichtsdestotrotz gelingt es den Anglo-Amerikanern den entschlossen kämpfenden Feind schrittweise zurückzudrängen. Am 16. Januar schließt sich die aus dem Norden kommende 1. US-Armee bei Houffalize den aus dem Süden anrückenden Truppen von General Pattern an. Am 23. Januar 1945 wird Sankt Vith von den Amerikanern zurückerobert. Am 31. wird die deutsche Armee bis hinter jene Positionen zurückgedrängt, derer sie sich anderthalb Monate vorher bemächtigt hatte. Die Ardennenschlacht ist vorüber. Von diesem Moment an führen die Amerikaner ihre Angriffe in Richtung der Staumauern der Rur fort, dem Grenzfluss zwischen dem Hohen Venn und Deutschland. Weiter nordwestlich bewegen sich die Briten in Richtung deutsch-holländische Grenze, in die Region des Niederrheins.

Für die Protagonisten in dieser Schlacht sind die Verluste erheblich. Die genaue Anzahl Toter, Verletzter, Gefangener und Vermisster ist schwierig zu bestimmen. Einiger Studien zufolge soll das Reich zwischen 70 000 und 110 000 Männer verloren haben. Auf Seiten der Alliierten soll sich die Anzahl der Verluste irgendwo zwischen 75 000 und 80 000 Kriegsteilnehmer ansiedeln. Was die in der Feuerzone verbliebenen Zivilisten angeht, ist die Bilanz ebenfalls erschreckend. In Belgien wurden zwischen 2 000 und 2 500 Personen getötet, während im Großherzogtum Luxemburg rund 500 Personen ihr Leben verloren. Auch die Infrastruktur der betroffenen Zone litt stark unter den Kämpfen. Mindestens 11 000 Gebäude wurden in den drei belgischen Provinzen Namur, Lüttich und Luxemburg unbewohnbar gemacht.